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DRK-Kreisverband Einbeck e.V.
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Chronik DRK-Kreisverband Einbeck e.V.

Am 05. August 1948 wurde der DRK-Kreisverband Einbeck e.V. gegründet. Er liegt im Herzen des DRK-Landesverbandes Niedersachsen e.V. zwischen Göttingen und Hannover. 

Zu unserem Kreisverband gehören derzeit 22 Ortsvereine, eine Kreisbereitschaft sowie ein Jugendrotkreuz mit insgesamt rund 2200 Mitgliedern.

Weiter hat der DRK-Kreisverband Einbeck e.V. zwei 100%ige Tochtergesellschaften. Einmal die DRK-Gesellschaft für Soziale Dienste Einbeck/Dassel gGmbH sowie die DRK-ambulate Pflege Leine-Solling gGmbH. Auch ist der Kreisverband am Alten- und Pflegeheim Deinerlinde gGmbH und der Rettungsdienste in Südniersachsen gGmbH beteiligt.

Im unteren Bereich finden Sie eine Chronik (Stand 1998). 

 

C H R O N I K

des DRK-Kreisverband Einbeck

 

Neben der 1908 gegründeten Sanitätskontrolle bildete sich im Jahr 1934 ein Verein unter dem  Namen: „Deutsches Rotes Kreuz, Vaterländischer Frauenverein, Kreisverein Einbeck“. Die Satzung wurde am 27. Dezember 1934 errichtet.

Am 04. Januar 1935 wurde vom Provinzialverein Hannover die Gründung genehmigt und mit Datum 25. Februar 1935 beim Vereinsregister des Preußischen Amtsgerichts Einbeck beurkundet.

Zur Vorsitzenden war gewählt worden:

                        Frau Amtsgerichtsrat Toni Reinecke,

                        geb. von Hagen, Dr. phil. aus Einbeck.

Der Verein lebte und wirkte bis zum Ausbruch des zweiten Weltkriegs. Durch Diktat des Dritten Reiches wurden alle Rotkreuzverbände in den Machtbereich des Führers überstellt und mußten z. B. in Lazaretten, Krankenhäusern oder Fronteinsätzen Dienst leisten.

1945 kam mit der Kapitulation auch das „Aus“ für das DRK. Die Alliierten Siegermächte verboten jegliche weitere Tätigkeit.

Die Idee des Roten Kreuzes lebte weiter !

Aus dem Vaterländischen Frauenverein bildete sich landesweit ein Deutsches Rotes Kreuz mit Bundes-, Landes-, Kreis- und Ortsverbänden.

Für den Bereich Einbeck hieß das: Sieben Personen gründeten im März 1948 den heutigen DRK-Kreisverband Einbeck. Unter Nr. 114 des Vereinsregisters wurde am 05. August 1948 der Kreisverband Einbeck eingetragen. Den Vorstand bildeten damals:

                   Vorsitzender:                          Herr OKD a.D. Jansen

                   stellv. Vorsitzender:               Herr Dr. med. Oppermann

                   Schatzmeister:                        Herr Reichsbankrat Korcilius

                   Frau Maria Jansen, Frau Christel Körbl, Frau Elisabeth Saalfeld.

                   Kreisgeschäftsführer:             Herr Zeugner

Nach gut einem Jahr gab es im November 1949 einen Wechsel im Vorstand: Herr Dr. med. Oppermann und Frau Christel Körbl schieden aus.

Als neu gewählt wurden aufgenommen:

                   Herr Dr. med. Hans Merkel

                   Frau Maria Nugel

Im März 1950 wurde der Vorstand abermals umgebildet. Die gesamte Gründermannschaft tritt zurück. An ihrer Stelle werden im Vereinsregister genannt:

                   OKD Walter Schaefer            als Vorsitzender

                   Dr. med. Hans Merkel            als stellv. Vorsitzender

                   Frau Maria Nugel                   als Leiterin der Frauenarbeit

Dieses Gremium arbeitete über mehrere Jahre hinweg kontinuierlich zusammen. Einen Wechsel in der Geschäftsführung des Kreisverbandes gab es am 01. Dezember 1959. Herr Zeugner wurde durch Herrn Rudolf Naumann ersetzt. Dieser schied am 31.03.1972 aus Altersgründen aus.

Es folgte Herr Dieter Kohlstedt, der zum 31.03.1975 nach Holzminden wechselte.

Zum 01. Januar 1975 trat unser noch heute tätiger Geschäftsführer Dieter Miehe sein Amt an.

Nachdem der Grundstein für eine gedeihliche Rotkreuz-Arbeit gelegt worden war, begann die schwierige Phase des Neuanfangs.

1947 schlossen sich die Rotkreuzorganisationen der britischen und der amerikanischen Zone zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen. Im Februar 1950 erfolgte in Koblenz die Neugründung des DRK auf Bundesebene. Die internationale Anerkennung wurde durch das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) im Juni 1952 ausgesprochen.

In den Nachkriegsjahren bestanden die Aufgaben des Roten Kreuzes primär im Aufbau und in der Durchführung:

                   - der Flüchtlings- und Gefangenenfürsorge

                   - des Suchdienstes

                   - des Krankentransportes und Unfalldienstes

                   - der  Ausbildung freiwilliger Helfer/Helferinnen

                   - der Neugründung des Jugendrotkreuzes

                   - der Wohlfahrts- und Gesundheitsfürsorgearbeit

Die vorrangigen Ziele des DRK in den Nachkriegsjahren waren die Linderung des akuten Massenelends der Bevölkerung, der Flüchtlinge und Heimkehrer sowie die soziale Betreuung Hinterbliebenen. Diese großen Anforderungen wurden vom Roten Kreuz parallel zu den Wiederaufbauarbeiten der eigenen Organisation bewältigt.

Aber auch Hindernisse standen dem Wiederaufbau im Wege:

Fahrzeuge, Gerätschaften und Unterrichtsmaterialien ebenso Dienstkleidung waren beschlagnahmt oder geplündert worden. Eigene Räume waren kaum vorhanden. Katastrophale Verkehrsverhältnisse und die riesigen Flüchtlingsmassen erschwerten die notwendigen Treffen der einzelnen Verbände und verursachten beim Aufbau der Bereitschaften erhebliche Probleme.

1949 erließ das Ministerium für Arbeit, Aufbau und Gesundheit eine Neuregelung des Krankentransports. Die Städte und Kreise konnten entscheiden, welche Organisation beauftragt werden soll. Es standen das DRK, die Feuerwehr, die Kommune oder private Fuhrunternehmer zur Auswahl. Im Jahre 1952 kam im Kreisverband Einbeck der Krankentransport von der Feuerwehr wieder zurück.

Ab Mitte der 50er Jahre stand im Zentrum der Rotkreuz-Arbeit die Verbreitung der Rotkreuz-Idee in der Bevölkerung. Die Tätigkeit der DRK-Frauenarbeit teilte sich in der Aufbauphase in den Sanitätsdienst, den Pflegedienst und den Sozialdienst auf.

Bereits in dieser Zeit betrieb der DRK-Kreisverband-Einbeck das Altenheim „Johannisstift“ Hubeweg 35. 1958 fiel der Startschuß für den Bau des neuen Altenheimes „Deinerlinde“. Der Bauherr, die Niedersächsische Fußballtoto und Zahlenlotto GmbH, übertrug dem DRK-Kreisverband die Verantwortung für das Haus. 1960 wurde es bezogen. Die Bewohner des Johannisstifts waren die ersten Gäste. Dazu kamen zahlreiche Neuaufnahmen, bis das Haus Ende 1960 voll belegt war.

Ständige Weiterentwicklung führte dazu, daß das Krankentransportwesen ausgebaut wurde. Die Krankenwagen wurden aufgerüstet. Nicht der Transport war vorrangig, sondern auch die Hilfe. Dieses hatte zur Folge, daß die Mitarbeiter geschult werden mußten. Weg vom Fahrer, hin zum Transportsanitäter war die Devise. Für die Mitarbeiter Arthur und Walter Krebs sowie Willi Bartels hieß das, eine Ausbildung zu durchlaufen und sich zu qualifizieren.

Ebenso wurde das Funkgerät im Krankenwagen ein unersetzliches Requisit in diesem Bereich.

1952 wurden beim DRK-Kreisverband  Einbeck auch Blutspendeaktionen eingeführt. Der DRK-Blutspendedienst in Rotenburg setzte mobile Entnahmeteams ein, die vor Ort Blutentnahmen durchführten. In unserem Bereich zählen wir bis heute 75.230 Spender.

Die Ausbildung der Bevölkerung in Erster Hilfe wurde eingeführt. In diesem Tätigkeitsbereich hatte sich Arthur Krebs sehr bemüht und den Kreisverband nach vorn gebracht.

1968 kamen die Pflichtlehrgänge für Führerscheinanwärter hinzu. Alle diese Aktivitäten erforderten natürlich auch eine Finanzierung. Wege zur Mittelgewinnung waren damals schon Kleidersammlungen und Mitgliederwerbeaktionen. Außerdem konnten die Kreisverbände eigene Ideen zur Geldbeschaffung umsetzen.

Im Jahre 1970 fand wieder ein Wechsel im Vorstand des Kreisverbandes statt. Schatzmeister Albert Hartwig trat zurück. Zum Nachfolger wählten die Delegierten der Ortsvereine den bisherigen Stellvertreter Georg König. Neuer Stellvertreter wurde Sparkassenamtmann Friedhelm Kellermann. Infolge einer Satzungsänderung im Jahr 1975 mußten im Vorstand zwei gleichberechtigte stellvertretende Vorsitzende, davon eine Frau, sein. Der langjährige stellv. Vorsitzende, Dr. med. Hans Merkel, trat zurück. An seiner Stelle wurden 1976 Frau Ursula Gade und Dr. med. Klaus-Jochim Ahrens in den Vorstand gewählt.

Am 05. November 1980 stirbt der langjährige Vorsitzende OKD a.D. Walter Schaefer. Seit dem Jahr 1979 hat Herr Dr. jur. Schultze den Vorsitz inne.

Ebenso ist Friedhelm Kellermann seit diesem Jahr im Amt des Schatzmeisters tätig.

Der Vorstand setzt sich nunmehr wie folgt zusammen:

                   1. Vorsitzender                       - Dr. jur. Gerd-Wilhelm Schultze

                   stellv. Vorsitzende                 - Ursula Gade

                   stellv. Vorsitzender                - Dr. med. Klaus-Jochim Ahrens

                   Schatzmeister                         - Friedhelm Kellermann

Mit dieser Führungsmannschaft setzte sich die Phase der Umsetzung höchst unterschiedlicher gesetzlicher sowie gesellschaftlicher Veränderungen fort.

In der Altenpflege z.B. trat 1975 das Heimgesetz auf Bundesebene in Kraft. Eine tiefgreifende Strukturveränderung war die Folge.

Über Zimmergrößen, Bildung von Heimbeiräten bis hin zu personellen Qualifikationen wurde die gesamte Altenpflege neu geregelt.

Dieses hatte für unseren Kreisverband als verantwortlichen Betreiber zur Folge, daß das Altenheim „Deinerlinde“ Schritt für Schritt um- und ausgebaut wurde. Beispielhaft sollte erwähnt werden die Neugestaltung der Zimmer mit Sanitärzellen sowie der Neubau der Pflegeabteilung.

Die Novellierung des Bundes-Sozial-Hilfegesetzes (BSHG) brachte zusätzliche Veränderungen in der Pflegesatzgestaltung mit sich. Das Selbstkosten-Deckungsprinzip wurde eingeführt. Dadurch wurde gewährleistet, daß notwendige Selbstkosten von den Kostenträgern anerkannt und damit auch erstattet wurden.

Ähnliche Veränderungen bahnten sich im Rettungswesen an.

Aufgrund von DRK-Interventionen wurden die Richtlinien für den Rettungsdienst auf Landesebene erlassen. Hiermit konnte eine Verbesserung der Leistungserbringung erreicht werden. Erwähnenswert ist hier die Einführung der Zwei-Mann-Besetzung von Rettungsmitteln sowie ab 1978 die Ausbildung zum Rettungssanitäter. Die Folgen waren eine Aufstockung des vorhandenen Personals im Rettungsdienst und die Ausbildung zum Rettungssanitäter sowie eine 24-Stunden Präsenz.

Daneben mußte die Ausstattung und die Fahrzeuggröße den DIN-Vorgaben angepaßt werden.

Damit diese immensen Veränderungen auch bezahlbar bleiben konnten, entschloß sich der Kreisverband Einbeck 1976 zur Einführung einer Beschäftigung von Zivildienstleistenden (ZDL). Hiermit betraten wir völliges Neuland und hatten damit Erfolg.

Im September 1989 erfolgte mit der Einführung des Rettungsassistentengesetzes eine weitere gravierende Änderung im Rettungswesen in Niedersachsen. Für unseren Kreisverband bedeutete dies, die Einführung des Notarztsystems sowie die Ausbildung geeigneter Mitarbeiter zu Rettungsassistenten.

Mit dem Fall der Mauer im Jahre 1989 ergaben sich für unseren Kreisverband neue Herausforderungen.

Durch die Verbindungen vor Ort wurden wir nach einer tätigen Mithilfe in Kleinwanzleben gebeten.

Selbstverständlich sind wir der Bitte nachgekommen. Eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit entstand, was zur Folge hatte, daß aus dem ehemaligen DDR-Pflegeheim ein völlig neues Alten- und Pflegeheim nach den Vorgaben des Heimgesetzes hervorging. Diese Einrichtung sichert im heutigen Landkreis Oschersleben mehr als 100 pflegebedürftigen Menschen einen Heimplatz und mehr als 60 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz.  

Die Zeit bleibt nicht stehen.

In der Altenpflege trat im April 1995 das Pflegeversicherungsgesetz in Kraft. Damit verbunden waren die Einführung von Pflegekassen und dazugehörig den Medizinischen Diensten.

Den Trägern von ambulanten wie stationären Einrichtungen wurden gewaltige Hürden aufgebaut. Für unseren Kreisverband bedeutete das z.B. die Einführung einer EDV-Anlage im Altenheim „Deinerlinde“, Umstellung des gesamten Rechnungswesens auf die Pflegebuchführungsverordnung sowie parallel dazu die Erlangung eines Versorgungs- und Vergütungsvertrags mit den Pflegekassen. Die Neuerungen haben wir gemeinsam durch intensiven Einsatz geschafft.

Das Rettungswesen erfuhr im Februar 1992 eine weitere Veränderung durch die Einführung des Niedersächsischen Rettungsdienstgesetzes (NRettDG). Hierdurch wurde festgeschrieben, daß die Kommunen als Träger zu wirken haben. Die Träger haben die Wahl zwischen Eigendurchführung oder Vergabe des Rettungsdienstes.

Da wir mit unserer Einrichtung über lange Jahre zuverlässig tätig waren, bekamen wir somit eine zeitlich begrenzte Beauftragung durch den Landkreis Northeim. Im Zusammenhang mit den Vorgaben des neuen Gesetzes verteuerte sich der Rettungsdienst im Land Niedersachsen um Einiges. Da jedoch landauf landab leere Kassen in allen Bereichen beklagt werden, entschloss sich der Träger, den Rettungs- dienst auf Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit untersuchen zu lassen.

Diese Vorgehensweise hatte zur Folge, daß unterschiedliche Strukturen bei den Beauftragten festgestellt wurden. Die zu beseitigen war Anlaß zur Bildung der DRK-Rettungsdienst-GmbH zum 01. Januar 1996.

In dieser neuen Form als Betreiber von Rettungsdiensten und Krankentransporten haben sich die DRK-Kreisverbände Einbeck und Northeim zusammengeschlossen.

Auf dem Gebiet der Altenhilfe hat sich mit Einführung des Altenpflegeberufe-Gesetzes im Jahr 1994 wiederum eine Veränderung ergeben. Die Ausbildung zum Altenpflegeberuf wird in Niedersachsen finanziell gefördert. Das bedeutet, jede zur Pflege zugelassene Einrichtung hat nach einem Schlüssel eine Abgabe an das Land zu zahlen. Aus dieser Abgabe werden die Altenpflegeschüler entlohnt.

Hieraus hat sich folglich ergeben, daß unser Haus ab dem 01.08.1997 sechs Altenpflegeschülern einen Ausbildungsplatz zur Verfügung stellt.

Die Schüler werden mit wechselnden Inhalten in Theorie und Praxis drei Jahre lang ausgebildet. In unserem Kreisverband steht dazu das Pflegeheim „Deinerlinde“ sowie die Altenwohnanlage „Johannisstift“ mit Betreutem Wohnen zur Verfügung.

Ebenso hat sich der Kreisverband Einbeck seit dem 01. September 1997 an der Einführung des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) beteiligt. Drei jungen Menschen geben wir im Altenheim „Deinerlinde“ die Möglichkeit, sich im sozialen Bereich zu orientieren.

Um die Identität des Roten Kreuzes zu stärken und die Zukunft des Verbandes zu sichern, ist 1995 das Zukunftsprogramm ins Leben gerufen worden. Hieran beteiligen wir uns - verständlicherweise im Rahmen unserer Möglichkeiten.